EMOTIONEN HABEN EINE DASEINSBERECHTIGUNG

Aus der Verletzung heraus, tust und sagst du oftmals Dinge, die du so, wie du sie sagst, gar nicht meinst. Doch durch die unmittelbare Konfrontation und dem daraus resultierenden Schmerz, den du in dir in solchen Momenten spürst, reagierst du mit Worten und Taten oft reflexartig schneller, als du es willst und als dir manchmal lieb ist.

Nichtsdestotrotz, verurteile dich selbst bitte nicht dafür, wenn du mal stark emotional oder gar heftig reagierst. Ganz egal, wer oder was der Auslöser war. Halte stattdessen inne und denke in Ruhe darüber nach, was da gerade mit dir passiert. Es ist wichtig, dir selbst dein Empfinden nicht zu verbieten, es nicht zu verdrängen oder als etwas negatives anzusehen. Es gar abzulehnen. Selbst, wenn es zur Folge hat, dass es andere verletzen könnte.

Deine Emotionen haben eine Daseinsberechtigung, ganz egal wie stark sie sich auch zum Ausdruck bringen möchten. Kritisch wird es erst, wenn du sie unterdrückst, denn dann bahnen sich die Energien früher oder später gewaltsam und unzensiert ihren Weg.

Das bedeutet jedoch nicht, dein Verhalten damit zu rechtfertigt, sondern, dass du dir selbst - und auch anderen - die Erlaubnis gibst, sich selbst sein zu dürfen. Denn erst, wenn die Emotionen fliessen, bist du in der Lage sie zu durchfühlen, um zu heilen.

Dein empfundener Schmerz verfälscht deine Sicht der Dinge, denn meist sind die anderen lediglich der Auslöser und nicht der Ursprung deines Empfindens. Das zu verstehen ist entscheidend für den Umgang mit dir selbst und mit deinen Mitmenschen.

Denn in Wahrheit ist da bereits eine Wunde in dir und die Konfrontation mit dem Auslöser macht lediglich sichtbar, was sich im Schatten in dir verbirgt und sehnsüchtig darauf wartet, endlich Heilung finden zu dürfen.

Darum ist es im Umgang mit dir selbst und mit anderen wichtig zu unterscheiden, welche Energien von dir ausgehen und welche von den anderen kommen, um dich klar und ohne Selbstzweifel positionieren zu können.

Du musst keine Verantwortung für den, teilweise bereits sehr lange existierenden Schmerz deiner Mitmenschen, tragen. Für den Umgang ihrer Projektionen auf dich und ob du empfänglich dafür bist, oder hinter die Kulissen blicken kannst, schon.

Wenn du aufhörst nur an der Oberfläche zu kratzen und dir erlaubst in deine Tiefe einzutauchen, wird der Schmerz der Vergangenheit durch deine aufrichtige Liebe zu dir selbst umhüllt. Du fängst an zu heilen.

Folglich: Wenn du ehrlich und authentisch deine Emotionen zeigst, stocherst du natürlich automatisch in den offenen Wunden der anderen herum und weckst deren schlafende Riesen. Wer will das schon! Und genau darum wurde uns allen von kleinauf nahegelgt folgsam, brav und angepasst zu sein, um ja nicht in der Gesellschaft anzuecken.

Respektiere den Kern, der in jedem Menschen wohnt – inklusive deinem eigenen - und du wirst so manchen Angriff von aussen nicht länger persönlich nehmen und dir selbst die Erlaubnis geben können, ab und an unbequem zu sein.

Niemand ist durchgehend perfekt. Wir sind, was wir sind und das ist auch gut so.